MTM hat geschrieben:
Und wie machen ebay und Amazon das?
Die dürften doch in diesem Ländern vor denselben Herausforderungen stehen?
Oder werden die dort auch geschlossen?
Micha
Die haben sicher das gleiche Problem. Die Frage ist immmer wie hoch der Umsatz & Gewinn ist und wie wichtig der Markt und die Kunden. Ebay und Amazon verlangen erheblich höhere Gebühren als Bricklink, damit ist die Rechnung schon eine Andere.
Hab grad mal geschaut. Amazon MArketplace (auf dem auch andere verkaufen können als Amazon selbst) gibt es für Brasilien, aber nicht für Taiwan oder Indonesien. Damit stellt sich für die das Problem dort nicht.
Letzendlich entscheidet jedes Unternehmen nach eigenen Kriterien. Bei Lego mit Bricklink dürfte es nicht nur der reine Umsatz sein. Ich denke die Erkenntnisse über die Käufer sind deutlich wichtiger (und vielleicht sogar der Hauptgrund für den Kauf gewesen). Hinzu kommt die Erfahrung im Umgang mit gesetzlichen Regularien dieser Art. Für eBay gehören die Beachtung landesindividueller steuerlicher Regelungen für Privatpersonen zum Kerngeschäft. Für Lego eher nicht, da Bricklink als kleines Geschäft nebenher läuft. Ebay hat die dafür nötigen Strukturen seit Jahren aufgebaut und viel Erfahrung. Lego ist mitten im Aufbauprozess dieser Strukturen und erkennt gerade die Komplexität. Vielleicht ist die Entscheidung sich von einigen Märkten zurückzuziehen auch dem geschuldet, dass man es 'richtig' aufbauen will und kehrt später (wenn die Prozesse laufen) auf diese Märkte zurück.
Wenn ich mir die Art der Kommunikation ansehe, scheint es eher ein kleines Team bei Lego zu sein, das alles stremmen soll und die in der Außenkommunikation nicht die nötige Unterstützung bekommen, die nötig und hilfreich wäre. Auch das spricht eher dafür, dass es bei Bricklink nicht um die Umsätze und Gewinn geht, sondern eher darum die Kosten (und das rechtliche Risiko) gering zu halten, da man sich davon Informationen über die Kunden erhofft.
Wer weiß was in den letzten Monaten gelaufen ist? Vielleicht hat in irgendeinem Land eine Behörde dem Konzern LEGO gerade kräftig auf die Finger geklopft. Dem entsprechenden Manager, der das der Führungsspitze verkaufen muß geht der Arsch auf Grundeis. In vielen Unternehmen ist das mittlere Management nicht mehr gewohnt unternehmerische Risiken zu tragen (oder auch nur im Vorfeld zu erkennen). Diese Experten für risikoarme Optimierung treffen Entscheidungen, um ihren Platz und den Aufstieg zu sichern. Der Gedanke an Kundeninteressen ist da eher Mittel zum Zweck als echtes interesse am Kunden. Das ist sehr unschön, aber nur schwer zu ändern. Auf die Ursachen (überbordende gesetzliche Regelungen & Führungs- und Fehlerkultur in den Unternehmen) haben Endkunden fast keinen Einfluss.
Ciao
Dirk1313
, doe
, tobb
gefällt das