Hallo Klötzchenbauer!
Wenn ich auch gelinde gesagt wenig begeistert bin, was gerade in den USA passiert, bleibe ich doch immer noch ziemlich fasziniert von deren Trucks, vor allem den älteren. Ich trug mich schon lange damit, meinen amerikanischen Fuhrpark zu erweitern und wollte immer schon mal einen Ingmar Spijkhoven-Entwurf genauer unter die Lupe nehmen, wie er so konstruiert hat. Jetzt habe ich beides miteinander verbunden, und auf Basis seines australischen Scania-Trucks T143 (T13) und einem seiner Trailer (Tr10B) mir meinen eigenen US-Truck umgebaut. Für Fans des verstorbenen Spijkhoven könnte das Frevel sein (genauso wie die Idee, einen Black Cat zum Flatcab umzubauen (Flatcab ), aber mein Spieltrieb ist einfach zu groß. Und dafür ist Lego doch da!
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Hier also die Zugmaschine. Bauprinzip ist wie bei Spijkhoven: ein Model Team-Ansatz über einem Rahmen aus erster und zweiter Generation Technic-Elementen.
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Statt 6x4 nun 8x4-Konfiguration, mit den beiden hinteren Achsen wie bisher von je einem in den linken und rechten Tanks versteckten XL-Motor über separate Stangen angetrieben, und in miteinander gekoppelten Pendelachsen verbunden, und der zusätzlichen 2. Achse, die klassisch unabhängig voll gefedert mitläuft. Das gibt Vortrieb dort, wo das Gewicht des Trailers liegt. Auch die Vorderachse ist vollgefedert, in einfacherer Konstruktion als bei Spijkhovens Original, wo der Servomotor nicht in Führerhausmitte verbaut ist, sondern darunter mittig im Rahmen, mit der gefederten Achse mitschwenkt, und direkt auf kurzem Weg auf ein Schneckengetriebe wirkt.
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Die Haube ist im Vergleich zum Spijkhoven-Truck verlängert, schmaler und höher, mit ähnlichem Bauprinzip der halben Erhöhungen und Verbreiterungen. Die Vorderachse ist US-typisch deutlich nach vorne gewandert. Es gibt völlig neue US-typische Stoßstangen hinten und vorne, mit beleuchteten Schlussleuchten in der Mitte und weiterhin den Nebelleuchten vorn. Ich habe versucht, die Lego-LEDs innen überall gut zu verdecken, damit sie nur dorthin strahlen, wo sie sollen.
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Das Führerhaus ist schmaler geworden vorm etwas längeren Sleeper, hat jetzt im Vergleich zum Spijkhoven-Truck eine schöne Frontscheibe, Haltestangen zum Einsteigen, und einen US-typischen Windabweiser. Die Luftfilter sind von der Haube hinters Führerhaus gewandert. Die modern geformten Tanks sind nun langstreckentauglich (bestimmt 1500 Liter oder mehr). Darunter, statt der vertikalen Pipes älterer Trucks, nun die nur gelegentlich zu sehenden „Weedburner“, die untenliegenden Auspuffrohre – natürlich V8-gemäß acht davon, und auch mal dezent verchromt, weil’s so schön aussah. Scheint also ein modernerer Peterbilt zu sein, irgendwas auf halbem Wege zwischen einem 389 und einem Freightliner Cascadia…
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Ein paar andere dezente Chromteile haben sich eingeschlichen, wie Trittstufen und Lampenhalter. Und was ich immer schon mal einbauen wollte, waren diese geschwungenen Kotflügel (keine Ahnung, aus welchen Sets die sind), die geometrisch gut über die AROCS-Reifen passen, in 1:17-Maßstab. Die sind hier auch mal verchromt (hab ich mal bei einigen Peterbilts gesehen). Gibt spannende Reflektionen der Haubenbemalung…
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Das Bemalungsmuster hab ich bei den Spijkhoven-Trucks in mehreren Farbvarianten zuerst gesehen. Eine ziemlich seltene Variante in rot-orange-blau auf weiß nimmt das blau-weiße Farbschema eines seiner Trailers Tr10B auf. Die Struktur fand ich attraktiv und hab sie weitgehend übernommen und etwas ausgebaut, aber das Blau rausgenommen (fand ich zu knallig ,auch wenn es an die USA-Flagge erinnert hätte). Ich bin ein echter Fan von Dunkelgrau (zeigt sich auch noch am Trailer!), daher leider öfters im Teile-Wettbewerb mit den StarWars-Bauern in dem Legoladen meiner Wahl...
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Im schmaleren Führerhaus geht es typisch eng zu, sieht aber gemütlich aus. Genug Uhren sind da, um alles im Blick zu haben. Es gibt zwei Ganghebel (manche fahren ja mit bis zu drei davon!), und ein verchromtes, mit dem Armaturenbrett in der Neigung schwenkbares Lenkrad (ja, auch ein verchromtes Lenkrad hab ich in einem echten US-Truck mal gesehen – kann nicht allzu praktisch sein…!). Das wird beschienen von einer passenden, separat schaltbaren orangenen Innenraumbeleuchtung.
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Im Sleeper geht es ebenfalls eng zu, weil ich als Fan der klassischen Power Functions auch eine normale alte Batteriebox unterbringen wollte (die gleitet an einer einfachen Führung rein und raus), geht gerade so. Der IR-Empfänger sitzt passgerecht seitlich unterm Windabweiser. Zugriff zum An- und Abschalten geschieht über ein abnehmbares Teildach wie schon beim Spijkhoven-Truck.
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Der Motor ist ein klassischer V8, offenbar ein Cummins. Der Spijkhoven-Entwurf ist so gut, da kann man fürchte ich nichts verbessern, außer 2 zusätzlichen Wärmetauschern. 5142
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Und der Trailer? Ein Flatbed, 53“ lang, in triple spread axle-Konfiguration, als größerer Umbau des Spijkhoven-Tr10B. Farblich passend zum Truck, mit rotem Rahmen und dunkelgrauem Beschlag, neben einer Farbleiste an der dazugekommenen Schutzwand, die das Zugmaschinen-Schema spiegelt.
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Der hiesige Lego-Laden hatte zufälligerweise die eher seltenen 8x8 Gitterplatten in dunkelgrau massenhaft in der Steinewand, das schien wie gerufen – die reinen Noppenplatten mag ich optisch nicht, auch wenn sie zum Befestigen praktisch sind. So ist es für mich ein guter Kompromiss, und der Trailer wird wie eine der echten „Lightweight“-Trailer-Versionen, bei der man von oben durchgucken kann.
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Koppeln geschieht über das Spijkhoven-„patentierte“ 5th wheel, das gummigespannt einrastet und sich neigt beim Ankoppeln. Das 5th wheel ist etwa eine Achse lang längenverstellbar über Gleitstangen, was gerade bei 4-achsiger Zugmaschine praktisch ist, um das Gewicht an der richtigen Stelle zu haben und die Trailerstütze in einem guten Abstand. Anhänger und Zugmaschine haben eine gut angepasste Höhengeometrie zueinander.
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Technisch hab ich bei Spijkhoven abgeguckt. Alle Achsen sind gummiring-gefedert. Der Trailer hat 2 Motoren auf 2 IR-Kanälen: einer hebt die hintere Achse an, der andere verfährt die Stützen weit hoch und runter und fährt gleichzeitig die Parkbremse runter auf die 2. Achse. Die dazugehörige Akkubox hängt kopfüber in der Mitte im Rahmen und lässt sich so problemlos von unten an- und ausschalten.
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Die Rücklichter sind wie beim Spijkhoven-Trailer beleuchtet. An der einen Seite hängen gibt’s die Bremskeile, an der anderen gibt’s einen Ersatzradhalter. Dazu die typischen Verstrebungen vom Rahmen zu den Tragplatten. Dazu US-Nummernschilder wie beim Truck. Und auch am Trailer wird man den Verdacht nicht los, dass der Besitzer Fan der Route 66 ist oder dort seine Homebase hat…
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Gut, die Beladung ist nicht so originell – aber da ich den Anhänger eigentlich mit noch mehr Achsen versorgen wollte, den aber jetzt so stimmig finde, fährt der Kollege neben einem Betonteil die übrigen AROCS-Reifen also jetzt zum Gebrauchtreifenhändler.
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Ein ziemlich weiter Weg von der Vorlage (siehe unten, dank an Timo), aber das hat mal Spaß gemacht! (Insgesamt keine Lego-Fremdteile, außer den zusätzlich verchromten Lego-Originalteilen von Chrome Block City, und ein paar Tamiya-Aufklebern für US-Truck-Modelle in 1:16.)
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Weiterhin viel Spaß beim Klötzchenstapeln,
der Kosmotekt
Schönen Gruß, der Kosmotekt